Lyrikfilm an der Kunsthochschule für Medien Köln.
Drehbuch, Regie & Schnitt: Milan Grünewald
Kamera: Stephan Georg Hauptmann
Darstellerin: Rabea Wyrwich
Sounddesign: Wilhelm Dukart

Was wir nicht sehen, verstehen wir nicht.
Was wir nicht verstehen, sehen wir nicht.

In den 3 Gedichten wird der Blick auf das Essenzielle gelenkt.
Auf das was allgegenwärtig ist, während wir täglich flanieren.
Der Moment, in dem ich ein Gedicht schreibe, ist immer beeinflusst von jenem was mein Verstand, meist nur im vorbei laufen, von der Umwelt mitgenommen hat. Ein unbehagliches oder schönes Gefühl, das im Schreiben Deutung und Sinn erlangt.
Oft beachten wir die Dinge nicht, die aus dem Augenwinkel in unser Gedächtnis springen.
Sie leben weiter in unserem Geist.
Und sind sie schlecht, fangen sie an zu wuchern.
Erkennen wir sie aber
wissen wir auf das Schöne zu achten
und fortan
besser zu leben.

Ich steh an einer Kreuzungsecke

Das Gedicht vom 10. Januar 2009

Ich steh an einer Kreuzungsecke.
Einen Laternenpfahl – fest umklammert mit der Hand
und kümmre mich nicht ums Verrecken
um die eine Welt um mich, die außer Rand und Band.

Die Augen hab ich fest verschlossen,
sehe weder Stadt noch Fluss.
Nur meine Nase und die Ohren sind noch offen.
Das, was ich rieche, was ich höre, bringt Verdruss.

All die Sinne, von denen ich bis jetzt noch weiß,
bescheren mir ein Bild von Zukunft in mein Herz.
Es beginnt mit einem Klos in meinem Hals
und meine Brust beginnt zu beben, bis es schmerzt.

Dann erst folgen die Gedanken, Assoziation.
Der Geist beginnt, den Wahnsinn zu verstehn.
Da wir, in unsrer kollektiven Halluzination,
ja auchso schließlich ernten, was wir sähn.